Das Projekt

 

Benzodiazepine und Sedativ-Hypnotika (BSH) sind Medikamente, welche als Schlafmittel verwendet werden können und insbesondere bei älteren Erwachsenen zu erheblichen unerwünschten Nebenwirkungen und Kosten führen. Um die Patientensicherheit in Europa zu verbessern, muss deshalb die übermässige Verwendung von solchen Schlafmitteln bei älteren Personen dringend angegangen werden. Bisherige Versuche haben leider nicht zu einer grossflächigen Reduktion der Verwendung von diesen Schlafmitteln geführt.

Das Ziel von BE-SAFE ist es, durch das Ansprechen von Wissens- und Praxislücken, welche im Zusammenhang mit der Verwendung von BSH bei Schlafproblemen in Europa stehen, die Patientensicherheit zu verbessern. BE-SAFE setzt dabei auf einen interdisziplinären und sektorübergreifenden Ansatz in Zusammenarbeit mit diversen Expert:innen beim Entwerfen, Umsetzen und Verbreiten von Richtlinien sowie in der Durchführung von Fallstudien. BE-SAFE legt Wert auf die aktive Beteiligung von Patient:innen über eine Patientenpartnerschaftsgruppe. Diese beinhaltet Patient:innen, Betreuungspersonen und Patientenorganisationen welche in allen Aspekten des Projektes involviert werden und das Studienteam beraten.

 

BE-SAFE organisiert sich in 7 miteinander verbundene Arbeitsgruppen (AG):

 

AG1 – Sicht der Patient:innen und deren Betreuungspersonen & Beschreibung des Gesundheitssystems

Beschreibung von Gesundheitssystemen/-abläufen und klinischen Behandlungspfaden sowie Identifikation von unterstützenden und hinderlichen Faktoren bei der Reduktion von Schlafmitteln.

Führung: UCLouvain - Prof. Dr. Anne Spinewine

 

AG2 – Klinische Richtlinien & Umsetzung von Empfehlungen zur Reduktion von Schlafmittel

Verwendung von “MAGIC”, um vertrauenswürdige Richtlinien zu erstellen.

Führung: Magic Evidence - Dr. Thomas Agoritsas

 

AG3 – Patientenzentrierte Unterlagen & Vorgehensweisen zur Reduktion von Schlafmitteln

Durchführung einer systematischen Übersichtsarbeit zu Massnahmen, welche zur Reduktion von Schlafmittel führen können. Entwicklung von personalisierbaren patientenzentrierten Unterlagen und Vorgehensweisen, um Schlafmittel zu reduzieren.

Führung: IPiN - Prof. Dr. Adam Wichniak

 

AG4 – Länderübergreifende randomisiert kontrollierte Studie zur Reduktion von Schlafmitteln
Durchführung einer randomisiert kontrollierten Studie im stationären und ambulanten Bereich in sechs europäischen Ländern, um die entwickelte Intervention zu testen.

Führung: UBern - Prof. Dr. Nicolas Rodondi

 

AG5 – Fallstudien und klinische Behandlungspfade
Durchführung von Fallstudien um die Erfahrung mit der Intervention von Patient:innen und Betreuungspersonen zu analysieren und um kontextspezifische Punkte zu erkennen. Damit können länderspezifische und generalisierbare Modelle der BE-SAFE Intervention entwickelt werden, um somit die Verbreitung der Intervention zu erhöhen.

Führung: UCLouvain - Prof. Dr. Anne Spinewine

 

AG6 – Patientenpartnerschaftsgruppe, Umsetzung und Verbreitung

Entwicklung einer Patientenpartnerschaftsgruppe, Entwicklung von BE-SAFE Produkten, Zusammenarbeit mit Choosing Wisely, Cochrane Sustainable Healthcare, OECD und deprescribing.org, damit die Umsetzung und Verbreitung der entwickelten Intervention erhöht werden kann.

Führung: FSIE - Dr. Antoni Salvà

 

AG7 – Koordination und Management

Sicherstellung der wissenschaftlichen Koordination und der administrativen Aufgaben, um einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf zu gewährleisten.

Führung: Koordination: UCLouvain - Prof. Dr. Anne Spinewine, Projekt Management: TP21 - Dr. Petra Zalud